Injektionsdübel in Ziegelmauerwerk (AMz-Bericht 2/1999)

1 Einleitung

Die Tragfähigkeit von Dübeln in Mauerwerk wird im Rahmen der bauaufsichtlichen Zulassungsverfahren für die Dübel ermittelt. An der Universität Stuttgart wurde in /1/ die Tragfähigkeit von 3 verschiedenen Injektionsdübeln in gelochten Steinen untersucht. Die Untersuchungen wurden vom DIBt gefördert.

2 Untersuchte Baustoffe und Versuchsprogramm

Bei den Versuchen in /1/ wurden 3 verschiedene Injektionsdübel in Hochlochziegeln, Kalksand-Lochsteinen und Hohlblöcken aus Leichtbeton untersucht.

Als Ziegel wurden bei den Versuchen HLz 20-1,4-175 nach DIN 105-1 verwendet. Die Dübel wurden in zwei verschiedenen Setzpositionen eingebaut, s. Bild 1. Die Dübel waren dabei jeweils in zwei Innenstegen verankert.

Je Ziegel-Dübel-Kombination und Setzposition wurden 5 zentrische Ausziehversuche durchgeführt.



Bild 1: Verwendete Hochlochziegel und Setzposition der Dübel in /1/

3 Versuchsergebnisse

Alle untersuchten Injektionsdübel wiesen bei den zentrischen Ausziehversuchen in Ziegelmauerwerk gegenüber den zulässigen Lasten (1,4 kN) im Mittel eine mehr als dreifache Sicherheit auf, s. Tabelle 1.

Bei allen 30 Einzelversuchen in Ziegelmauerwerk wurde die zulässige Last deutlich überschritten. Bei 4 von diesen 30 Versuchen (je einem Versuch bei den Dübeltypen I und II sowie 2 Versuchen bei Dübeltyp III) wurde die dreifache Sicherheit gegenüber der zulässigen Last nicht erreicht.

Die mittleren Höchstlasten waren für alle drei Dübeltypen unabhängig von der Setzposition im Ziegel in etwa gleich groß und lagen in der gleichen Größenordnung wie bei den Versuchen mit Kalksand-Lochsteinen und über den Ergebnissen in Hohlblöcken aus Leichtbeton. Für Hohlblöcke aus Leichtbeton sind in den Dübel-Zulassungen aufgrund der geringeren Steindruckfestigkeit auch geringere zulässige Dübellasten angegeben.

Die Verschiebungen zwischen Dübel und Ziegel betrugen 0,4 bis 1 mm bei zulässiger Last ("Gebrauchslast") bzw. 0,7 bis 1,3 mm bei Höchstlast.

Tabelle 1: Zusammengefaßte Ergebnisse der Untersuchungen an Dübeln in Hochlochziegeln in /1/; Dübeltyp, Setzposition, Wertebereich der Verschiebung D bei Höchstlast, Wertebereich der Höchstlast, mittlere Höchstlast Fmax, mittlerer Sicherheitsbeiwert g
Typ Setzposition D Wertebereich Fmax Fmax g
    mm kN kN -
I a 0,7 bis 1,1 6,5 bis 7,7 7,1 5,1
  b 0,6 bis 1,0 1,8 bis 7,2 5,6 4,0
II a 0,6 bis 1,0 3,7 bis 5,5 4,7 3,4
  b 0,8 bis 1,1 4,2 bis 6,7 5,2 3,7
III a 0,7 bis 1,3 2,3 bis 6,1 4,7 3,4
  b 0,7 bis 1,1 4,6 bis 6,3 5,5 3,9

4 Zusammenfassung

Für die drei untersuchten Typen von Injektionsdübeln wurde nachgewiesen, daß die zulässigen Lasten in Ziegeln nach DIN 105-1 im Mittel mit mehr als dreifacher Sicherheit überschritten werden. In keinem Einzelversuch wurde die zulässige Last unterschritten.

Die Ergebnisse in /1/ zeigen, daß für Ziegel nach DIN 105-1 die in den Dübel-Zulassungen angegebenen zulässigen Lasten zutreffend sind.

Die besten Befestigungsergebnisse erzielt man durch das Bohren mit ausgeschaltetem Schlagwerk und der Verwendung von Steinbohrern mit geschärften Hartmetallspitzen.

5 Literatur

/1/ Eligehausen, R.; Weber, S.: Tragfähigkeit von Injektionsdübeln im Mauerwerk. Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag, 1998.

10. März 1999
Dr.My-GdJ AMz

 

home